Wehmut und Erinnerung

Die schnelle Suche im Internet ergibt: „Wehmut bezeichnet ein Gefühl zarter Traurigkeit, hervorgerufen durch Erinnerung an Vergangenes“ (Wikipedia). Andere Quellen fügen hinzu, dass es sich wie ein leichter Schmerz anfühlt, den man bei der Erinnerung an etwas Vergangenes empfindet.
Im Englischen übersetzen würde man es wohl mit sweet melancholy – was andeutet, dass Wehmut nicht nur weh tut, sondern auch schön sein kann.

Das Altwerden und Alt sein hat erfahrungsgemäß viel mit Wehmut zu tun. Vieles, was schön war, liegt in der Vergangenheit. Der Zeitraum, weitere positive Erinnerungen sammeln zu können, ist deutlich kleiner, als das, was bereits hinter einem liegt. Zudem können Beeinträchtigungen körperlicher und geistiger Art die Bucketlist ganz schön schrumpfen lassen. Aus dem früheren, übermütigen: „10.000 Dinge, die ich noch erleben will“ wird eher ein: „Ich muß jeden Tag so nehmen, wie er kommt“.

Als betreuende Anghörige ist mir die eigene Erinnerung und die damit verbundene Wehmut an frühere Zeiten eine Kraftquelle und eine Möglichkeit meine Sichtweise zu ändern und zu justieren. Ich finde im Damals Erklärungen für das Jetzt. Das große Ganze des Rückblicks hilft mir Verständnis aufzubringen, Gegebenheiten zu aktzeptieren, Vergangenes zu betrauern und den Blick zu weiten.

In dieser Rubrik ist Raum für Ihre Erinnerung und Ihre Wehmut, für das was schön war, schön bleibt, nicht mehr wiederkommt, im Erinnern lebendig wird – und vielleicht weh tut…
Ich freue mich auf Ihre Sichtweise – schreiben Sie mir: kunsttherapie@elkebludau.de