Trauer und Verlust

Trauer beginnt nicht unbedingt erst, wenn jemand gestorben ist. Es gibt zum Beispiel Zeiten, da trauert man, weil etwas verloren geht: langsam und schleichend oder unvermittelt in vielen kleinen Schritten. Diese Trauer, die neben einem über lange Zeit Marathon läuft, haftet wie ein Schatten, der nicht abzuschütteln ist.
Trauer hat keinen beliebten Platz im Gefühlsranking unseres Miteinanders. Wenn vor lauter Traurigsein die Heiterkeit und Leichtigkeit abhanden gekommen ist, und man viele Dinge zu laut und blöd findet, weckt man durchaus Widerstände in seiner Umgebung.

Trauer wird für eine gewisse Zeit zugestanden, zum Beispiel wenn jemand gestorben ist. Nach einer relativ überschaubaren Weile muß das Leben dann weitergehen, heißt es.
Aber wie ist das, wenn man trauert, weil die Mutter zunehmend dement wird, und als Mutter, wie man sie kannte, verschwindet? Oder der Partner entwickelt eine chronische Krankheit, die ihn nicht mehr am gewohnten gemeinsamen Leben teilhaben läßt oder ihn psychisch stark verändert? Oder Sie merken selber, dass Sie mit dem Älterwerden etwas verlieren – eine Fähigkeit, eine Eigenschaft, ein lang erworbenes Können, was zu Ihnen gehörte und Ihre Identiät ausgemacht hat. Sie finden vielleicht nicht gleich etwas, was die entstandene Lücke füllen kann. Und wenn die Lücke bleibt, was ist dann? Gibt es vielleicht wertvolle neuen innere Orte neben dieser Lücke zu entdecken?

Sich Trauer nicht zuzugestehen, ist keine gute Lösung. Trauer muss man sich vor allem selbst erlauben. Je offener man traurig sein kann und darf, und seiner Trauer Ausdruck gibt, desto eher kann man den „Traurigkeitsbereich“ umgrenzen. Dann entdeckt man vielleicht andere vitale Bereiche neben dem Platz, den Ihre Trauer braucht.
Ich meine, auch Trauer ist Vitalität, weil sie zum Leben dazugehört – sie hat nur eine andere Farbe.

Hier ist Raum, Trauer zu erlauben, zu teilen und Verluste zu bedauern.
Ich freue mich auf Ihre Beiträge
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