tag 49

meinem vater

( )

die luft
der zug

weltholen
ein letztes:

auf einer plattform
am atemende

holen sie dich ein
in gleißend hell,

in gelb in rot
vielleicht

in nichts in
fallend oder nicht.

um uns wird leer,
ein vakuum.

 

( )

neunundvierzig tage
warte ich den
traum, ein zeichen.

den flug deiner bahn
will ich nicht stören
und rufe nicht.

 

( )

ein silberkleid –
ein bleibsel aus dem
reichswald, als diene
alles gebliebene,

das übrige aller welt
der guten fügung
für unser halt
und lassen.

 

( )

nach verlöschen
im frühtag
– und deines innersten
endes fast gewiss –

der bereitschaftsarzt:
ein bass bariton,
nach tiefer stille
lautes holz.

 

( )

in milliarden metallspitzen
implodierst du am ende
in anfang.

ein hund ein flug ein kompass
weites land ein enger schuh
das ende, die russen. fast um ein haar.

als kenne ich dich nicht,
nur teilhaft:
denn in amselreimen,

dem grüngeschirr mit gold,
in bügelfalten, reisetaschen
bleibt leeres unterstrichen.

als kenne ich dich ganz:
in cumulus und fuge,
deiner perfektion vielleicht.

 

( )

vergangen verflogen
zu diamant planet
und jupiter sturm. dort
bist du einstein. alles

auf anfang
vom ende her,
nach zwischen sein.

kleinste teile metall bist du
neunundvierzig tage lang
spiegelnde dämonen,

bildlos verwobener begegnung
in schrecken oder nicht –
ein übersinn. oder

ein entwurf
ein hohes brennen
ein sirrender, luftleerer ton

kaskaden sirrender töne:
die gewissheit, alles in
einem sein zu sein,
gewesen. jetzt. immer.

keine entscheidungen mehr,
keine schlussfolgerung.
einfach gar nichts
weil keiner fragt
weil keiner ist.

 

( )

du hörst von ferne
dass du träumer warst
ein clown, heiter
doch in vielem schwer.

das dunkle unsag
hing dir zeitweilen
auf den schultern wie
ein treuer toter hund.

happy end.
deine bleibsel sind papier,
deine kleider
nähen meinen tag.

du bist nicht hier
aber da – unvermutet,
restlos, vermutlich ein
momentum licht
kurz vor dem
aufschlag.

stimmigkeit spürend,
lese ich nach und
in mir zurück.

 

( )

großmutter –

du bist lange nicht mehr.
doch durch das wiesenkraut
laufen weiter deine zwerge.
der weg ist frei.
blüten wirfst du hoch in blau
alle regnen nieder und
nähen sich ins gras.

und du schaust,
versuchst zu lesen:
da steht von zweigen,
söhnen,
heimat.