marillentraum VI

37. tag danach

 

für meine schwiegermutter

 

ich weiß wovon ich rede
erst war alles weiss
halt mir gebrause fern.

dann dachte ich:
wer ist der schatten dort
zwischen grün 
lauschte ein rascheln
auf der suche nach
erdkrumen und grasfein –
und sehe: das bin ich.

wie früher im grünen
ein ausflug warmer boden
würmchen kleine käfer
dazwischen klümpchen
erde steine kieselklein
sich zu beschweren
dass ich nicht falle
wenn die welt sich dreht.

keiner fällt der geliebt wird
liebe ist schwerkraft
ist ein schweres herz
ist erdreich und ergriffen sein
ist energie in wärme wandeln.

ich träumte du kommst zurück
für kurz – ein traum oder wink?
tapfer sein oder einfach leicht
wie pergament im licht
dich zu finden unter blättchen
zwischen schnee und frühling.
kannte dich zu gut
weiß dich in gebäck
und sommerlicht
in rot in blau.

kein sturm
soll dir mehr angst sein
bin weiter für dich da
liege schneebedeckt auf gras –
und du bist bei mir
irgendwo hinter der welt.