faden schein

Elke Bludau 2016

 

feine fäden sind aus gestern,
wasser ziehn sie, weich und nass.
grafschaft glatz und leere straßen
tränken das, was ich vergaß.

welche fäden mußt du ziehen,
welches netz webt unser sinn?
wörter tauchen auf und wärmen,
andere sagen mir, ich bin.

doch drunten tief ist traurig,
weil alles fort ist – nimmermehr.
manches bitter und schwebt unten,
erinnerungen blei und schwer.

viele reime, keine lösung,
es strickt sich dichter, was mal war.
und so möcht ich wissen, was mich hält,
wären fäden gar nicht da.